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Klassenfahrten wieder möglich

Bayern bei Schülerfahrten nur Klassenletzter
München, 10.06.2021 – Bayerisches Kultusministerium bremst Kinder, Jugendliche,
Lehrkräfte und Eltern beim Thema Wiederzulassung von Klassenfahrten aus | andere
Bundesländer ermöglichen längst wieder soziales Lernen in Jugendherbergen


„Inzwischen kommen wieder Schulklassen aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Hessen
in die Jugendherbergen in Bayern. Für bayerische Schülerinnen und Schüler liegt diese Form
des sozialen Lernens noch immer in weiter Ferner. Es ist völlig unverständlich, warum das
Bayerische Kultusministerium Schulleitungen, Lehrkräften und Eltern nachdrücklich davon
abrät, auf Klassenfahrt zu gehen. Dabei wären diese jetzt von immenser Bedeutung für das
psycho-soziale Wohl und die Förderung der Lernmotivation der Heranwachsenden“,
kommentiert Klaus Umbach, Präsident des Bayerischen Jugendherbergswerk, die zögerliche
Haltung des Ministeriums.
Nachdem die Inzidenzwerte bundesweit weiter sinken, hatten die meisten Bundesländer das
Verbot von Klassenfahrten aufgehoben, weil umfassende und bewährte Hygienekonzepte
und der sorgsame Umgang der Mitarbeiter*innen mit den Gästen für maximale Sicherheit in
den Häusern sorgen. Im Gegenteil – die zuständigen Ministerien haben beispielsweise in
Hamburg, Schleswig-Holstein oder Hessen Schulleitungen und Lehrer*innen dazu ermutigt,
in den verbleibenden Wochen bis zu den Sommerferien Klassenfahrten durchzuführen.
Das Bayerische Kultusministerium hatte zwar das generelle Verbot von Klassenfahrten
aufgehoben – rät aber in seinen kultusministeriellen Rundschreiben an Schulen und Eltern
dringend von Planung und Durchführung solcher Fahrten ab. Umbach: „Das kommt einem defacto Verbot von Schulfahrten gleich. Außerdem zeigt die Praxis, dass es bayerischen
Lehrerinnen und Lehrern fast unmöglich gemacht wird, die Auflage des Ministeriums zu
erfüllen – sollten sich Schulen dennoch dazu entscheiden, gemeinsam auf Fahrt zu gehen.
Dabei haben wir als Landesverband beispielsweise durch Sonderregelungen bei
Stornierungen längst dafür gesorgt, dass die Organisatoren von Klassenfahrten von solchen
Sorgen befreit sind.“


Während dieser gemeinsamen Begegnungs- und Bildungsreisen sind vor allem wieder
Teamerlebnisse als Klassenverbund möglich, soziales Lernen zur Bewältigung der Folgen
des langanhaltenden Lockdowns erfährt dabei eine zentrale Bedeutung im Prozess des
Heranwachsens. Gleichzeitig können während einer Klassenfahrt auch entstandene Defizite
in der Bearbeitung des Lehrplanstoffs ausgeglichen werden.
Der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk fordert eine unverzügliche
Angleichung an die Praxis in anderen Bundesländern beim Umgang mit Klassenfahrten und
eine Zusage, dass diese Form des außerschulischen Lernens nicht weiter behindert wird.
Bayern ist in dieser Frage längst zum Klassenletzten geworden.

 

© Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Bayern e. V.

 

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