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Jesus auf der Hüpfburg

Unsere Jahresthema „Verkündigen wie Jesus“ betrifft die unterschiedlichsten Menschen und Altersgruppen. Unser Landessekretär Micha Block legt dieses Mal den Blick besonders auf die Kinder und darauf wie Jesus heute mit ihnen umgehen würde.

 

#VerkündigenWieJesus
 Die Reaktionen zu diesem Thema sind unterschiedlich: die einen setzt es unter Druck, die anderen starten dabei begeistert mit Gedankenspielen über Jesus und seine Art, zu verkündigen. Wieder andere zücken den Stift und schreiben eine Checkliste, um ja nichts zu vergessen. Immerhin ist Verkündigung nicht mal eben so erledigt. Wie würde Jesus wohl heute die Sache angehen?

Ich persönlich bin oft eine Kombination aus allen drei Reaktionen. Manchmal wünsche ich mir eine Checkliste. Manchmal schwärme ich von der Vorstellung und manchmal setzt es mich unter Druck. Klar ist jedoch, um den Königsweg zu finden, lohnt es sich auf Jesus zu schauen und wie er damals verkündigt hat. Da sticht vor allem ein Punkt heraus:

Jahresthema Jesus auf der Hüpfburg

#BeiDenMenschen
 Jesus an sich ist ein Zeugnis dafür, dass Gott uns nahe ist – als Sohn, gesandt in diese Welt mit einer Botschaft: der Liebe. Jesus lebte diese Liebe praktisch durch seine Art der Verkündigung. Denn er war bei den Menschen seiner Zeit. Er war oft im Mittelpunkt des Geschehens, auf belebten Plätzen, im Tempel und direkt bei den Menschen. Er hat mit ihnen gegessen und mit ihnen Leben geteilt. Er war dort, wo sich das Leben abgespielt hat. Dabei wartete er selbst nicht auf die Menschen, sondern reiste im Land herum und machte sich konkret auf die Suche nach ihnen. 

Da ist beispielsweise Zachäus, der auf einen Baum kletterte, um Jesus zu sehen. Jesus geht aber nicht an ihm vorbei, sondern bleibt unter dem Baum stehen und lädt sich bei Zachäus zum Essen ein. Jesus zog nicht einfach durch Jericho hindurch, er besuchte Zachäus und nahm sich Zeit für ihn. Aber nicht nur durch sein Handeln war Jesus bei den Menschen, sondern auch in seiner Verkündigung schaffte es Jesus immer wieder auf beeindruckende Art und Weise, seine Botschaft für unterschiedliche Zielgruppen verständlich zu machen. Seine Gleichnisse lassen uns erahnen, wie genial Jesus seine Botschaft in die Lebenswelt der Menschen transportierte. Den Schäfern erklärte er die Liebe Gottes mit Schaf-Geschichten, den Bauern mit Gleichnissen aus der Landwirtschaft. Da ist es nur nachvollziehbar, dass die Menschen ihm gerne zuhörten.

Nahe bei den Menschen - in Zeiten von Corona klingt das eher nach einem Job, der eine Gefahrenzulage bräuchte. Aber Jesus ging immer wieder zu Menschen, die nicht im Mittelpunkt standen, die am Rande der Gesellschaft lebten und ausgeschlossen waren. Er war bei den Prostituierten, den Kranken, Betrügern und Armen. Er war bei den Menschen, die ihn brauchten und in alldem hatte er nichts als Liebe für diese Menschen übrig. Jesus wurde nicht umsonst „Freund der Zöllner und der Sünder“ genannt. Er war freundlich zu den Menschen, die sonst keine Beachtung hatten, er wendete sich ihnen zu und war diesen Menschen nahe.


Jesus war also bei den Menschen seiner Zeit, er war dort, wo das Leben sich abspielte, er war bei Menschen zu Hause und verkündigte in die Lebenswelt dieser Menschen mit ganz praktischen Beispielen. Man könnte das jetzt so hinnehmen. Ein beeindruckender Verkündiger, dieser Jesus. In Franken würde man sagen: „Basst!“. Aber was bedeutet das jetzt für uns als CVJM-Gemeinschaft?

Da ich als Landesekretär für die Arbeit mit Kindern im CVJM Bayern unterwegs bin, habe ich mir die Frage gestellt: Was bedeutet #VerkündigenWieJesus für die Arbeit mit Kindern, für die Jungschar?

Aus allem, was man über die Verkündigung Jesu weiß, ließe sich ein Auftrag formulieren. Damit wäre man wieder bei der Checkliste. Jesus suchte Menschen, deswegen sollen wir auch die Kinder suchen. Das klingt jedoch wie eine Arbeit, die zu erledigen ist. Daher habe ich angefangen, dem bereits angesprochenen Gedankenspiel freien Lauf zu lassen. Wie würde Jesus denn Jungschar machen?

 

#JesusAufDerHüpfburg

Jesus hätte Zeit für Kinder. In einer Gesellschaft, in der alles terminiert ist und vieles an uns vorbei rauscht, würde sich Jesus Zeit nehmen - für Kinder und für ihre Fragen. Es würde Zeit für Antworten, Zeit für Spaß und Zeit für Blödsinn geben. In alldem würde Jesus es schaffen, Kindern zu zeigen, dass sie mehr wert sind, als das, was sie leisten. Dadurch würde ein Ort entstehen, wo Kinder einfach Kinder sein dürfen. Wo es sicher ist und jeder willkommen ist. Beim Fußball würde er nicht am Rande stehen, sondern wäre Mitspieler, Spielgestalter, Motivator und Mutmacher. Er würde dem Ball hinterherjagen, sich gemeinsam mit den Siegern freuen und mit den Verlierern trauern. Er würde mit ihnen tanzen, lachen, weinen. Er würde dabei all diesen Kindern auf Augenhöhe begegnen und es schaffen, einen so guten Umgang mit den Kindern zu haben, dass sie ihm gerne zuhören. Er wäre Freund und Fürsprecher der Kinder und würde sich für sie einsetzen. Kurz und knapp könnte man wahrscheinlich sagen: er liebt die Kinder. Dabei würde er immer wieder das Gespräch suchen, von Gott und seiner Liebe erzählen. Auf eine Art, die Kinder nicht überfordert und gleichzeitig nichts weglässt, weil Kinder viel verstehen. Für Jesus würde es darum gehen, die Botschaft der Liebe, das Evangelium zu zentralisieren und nicht zu vereinfachen oder zu kürzen. 

 

Für mich manifestiert sich dieses Gedankenspiel in einem Bild: Jesus auf der Hüpfburg. Jesus, der mittendrin ist, in diesem sicheren Raum, wo Kinder Spaß haben und Kinder sein dürfen. Um es mit einem alten Werbeslogan zu sagen: „Mittendrin, statt nur dabei.“ Das ist nur eines von vielen Bildern. Vielleicht ist aber genau das, der Schlüssel für das Thema #VerkündigenWieJesus.

Lasst uns gemeinsam nachdenken, wie Jesus unterschiedlichen Menschen begegnet wäre und wie er heute von Gott reden würde. Wie er heute diese phänomenale Botschaft, die seit 2000 Jahren aktuell ist, Leuten weitergeben würde. Wir dürfen uns von der Vorstellung begeistern lassen. Wir dürfen ein Stück Jesus in die Jungscharen bringen, indem wir von ihm reden, in dem wir ihm nacheifern, in dem wir von Jesus lernen. Manche mag das unter Druck setzen, aber darum geht es mir gar nicht – es geht mir um die Einladung, Altbewährtes neu zu überdenken und sich selbst zu ragen, wie Jesus verkündigen würde. Dem Gedankenspiel freien Lauf zu lassen, begeisternd darüber nachdenken, wie Jesus Kindern, Jugendlichen und Menschen aller Altersklassen heute begegnet.

 

Dieses Gedankenspiel hat selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch ist es genau das, was mich immer wieder inspiriert und motiviert. Ich glaube, genau das sollte das Thema #VerkündigenWieJesus auslösen. Begeisterung und Freude, wenn wir darüber nachdenken. Lasst uns keine Checklisten aus diesem Thema machen. Lasst uns keinen simplen Arbeitsauftrag formulieren. Lasst uns lieber Begeisterung wecken. Aus Schwärmerei entsteht oft genug ein Handlungsbedürfnis. Die Begeisterung für Jesus wirkt direkt auf unser Handeln in den CVJM - das wünsche ich mir.
 
 Micha Block

Landessekretär für die Arbeit mit Kindern